Wunderschöne Grafik, einfach und auf den Punkt. Allerdings fehlt der entscheidende Dreh um 90 Grad. Und schon wird die Entwicklung des Bauern-Anteils sichtbar, weil die Oberkanten des Erdäpfel-Diagramms schön ausgerichtet und damit gut vergleichbar sind. Verlass di drauf!
Sorry, Ballesterer – kein Applaus diesmal zumindest aus dem Datenvisualisierungs-Fansektor! Alles angerichtet mit jeder Menge spannender Daten zum Thema Austria vs. Rapid – es hätte ein Fußball-Infografik-Fest werden können…aber leider ideenlos im Aufbau, das eine oder andere Diagramm hätte Räume eröffnet und den einen oder anderen Blick in die Tiefe ermöglicht. Schauen wir uns ein paar Schlüsselszenen an: Das Konzept beschränkt sich auf die Teilung der Doppelseite (!) in die Farben Grün und Violett. Zentrales Element sind dreieckige Zeiger von den Beschriftungen in der Mitte zu den Daten weit an den Außenbahnen. Da müssen bei der Betrachtung weite Wege zurückgelegt werden. Das Lesen wird auch nahezu verunmöglicht, durch sehr kleine Schrift, teilweise von beiden Seiten zur Mitte hin geneigt (wie originell) noch dazu in der jeweiligen Vereinsfarbe auf Kästchen derselben Farbe, nur etwas heller. Und der Hintergrund drängt im Vollton nach vorne. Das tun sich nur Daten-Ultras an, nehmen Kopfschmerzen in Kauf und brauchen hinterher eine stärkere Brille. Einfache Lösungen hätten vieles leichter gemacht. Klare Kontraste in der größeren Schrift (z.B. schwarz auf weiß, passt eh zu den Vereinsfarben), Charts als visuelle Elemente statt unnötigen Zeigern. Und vielleicht ist der eine oder andere Datensatz auch verzichtbar, weniger ist oft mehr. Zumal eine Doppelseite dafür freigemacht wurde. Das zumindest verdient heftigen Applaus! Also Mund abwischen und nach vorne schauen – die nächste Chance kommt bestimmt!
Das Gute zuerst: die Tierarten in Wien mit ansprechenden Illustrationen statt mit abstrakten Charts umzusetzen ist eine feine Sache! Die Radmetropole Amsterdam grafisch hinter Wien zu stellen, weil weniger neue Radkilometer dazukommen, ist dagegen äußerst problematisch. Da existiert einfach schon viel Infrastruktur. Und wenn es um „reine“ Datenvisualisierung geht, wie zum Beispiel beim Stromverbrauch am Wochenende, ist mit der Kreativität schon Schluss. Das ist alles andere als spannend und intuitiv umgesetzt. Sehr schade! Schön wieder die Illustration zu Abkühlung und die Metapher mit dem Kühlschrank. Eine vergebene Chance die Umsetzung mit den Kinosesseln und die ohne Text unverständliche Illustration zu Fernkälte und New York…unterm Strich schade um die investierte Kreativität – da wäre mehr Datenvisualisierung möglich gewesen!
Ahhh Gelati! Wunderbare Inspiration – eigentlich nur ein Preisschild, aber von der Eleganz des Designs in LowFi (ohne knallige Farben, wie so oft in dem Bereich) und der klaren Visualisierung kann man einiges für die Infografik-Gestaltung mitnehmen. Molto bene!
Der Klassiker: Ein Bundesländer-Vergleich als Balkengrafik, schnell gemacht, am besten die Daten eingeben und auf Excel oder andere Tools vertrauen, wird schon passen. Leider nein! Gleich mehrere (automatisierte) Fehltritte machen die Startvorteile der Visualisierung zunichte: gedrehte Zahlen und Bundesländernamen erschweren die Lesbarkeit ebenso wie eine unnötige Legende und Rasterlinien. Darüber hinaus sind die Balken nicht geordnet, z.B. der Größe nach. Einfach um 90 Grad drehen und ordnen, Beschriftung direkt beim Balken, schon ist alles gut. Oder wenn’s Querformat sein soll ist es eine Überlegung wert, ob die Zahlen sein müssen oder der Raster ausreicht. Und die Bundesländerkürzel sparen Platz und reichen sicher aus. Besser als schräge Schrift ist es allemal! Wenige Handgriffe, aber die machen den Unterschied, ob die Grafik überhaupt gelesen und dann die Story verstanden wird. Schade drum, lieber Konsument!
Die neue Medien-Initiative JETZT möchte vor dem Start in seinem Newsletter darstellen, welche Themen den Mitgliedern und künftigen Leser:innen besonders wichtig sind. Das könnte besonders gut mit einer Infografik, z.B. einer Torte funktionieren, schon richtig. Aber warum um Himmels Willen braucht es hier eine Legende? Damit die besonders wichtigen Themen am Smartphone unlesbar sind? Damit hin- und hergeschaut und Farben verglichen werden müssen um endlich an die Info zu kommen?Unsinn! Nur weil Piecharts automatisch so generiert werden, muss es nicht funktionieren. Direkte Beschriftung bei den Tortenstücken erlaubt größere Schrift und Erfassung auf den ersten Blick. Da reden wir noch gar nicht von innovativen Formaten, sondern von Basics. Das macht mir jetzt keine große Hoffnung in Sachen Mediendesign der Zukunft, liebes JETZT-Team!
Eine Datenvisualisierung wie sie sein soll: Auf den ersten Blick emotional und inhaltlich rein ins Thema, durch eine Mini-Animation nochmal mehr Zug drauf. Bubbles passen hier wunderbar, alle Länder der Welt können nach Bevölkerung dargestellt und bequem in Herzform gebracht werden. Mit der Farbe wird die entscheidende und titelgebende Story erzählt. Also wie aus dem Lehrbuch die Ebenen nach Priorität serviert und appetitlich angerichtet. Je nach Gusto wie tief man/frau ins Detail gehen möchte. Information kann so schön sein – danke für die Inspiration!
The freedom to express your sexuality is now legal in 127 countries.
Ein nur allzu aktuelles, essentielles Thema mit dramatischen Daten, das im FALTER mit einer Infografik veranschaulicht wird. Leider fehlt wieder der letzte Spin im wahrsten Sinne des Wortes, um die Vorteile der Visualisierung im Storytelling voll auszuspielen. Die nahezu unlesbare vertikale Ausrichtung der Beschriftung der Konflikte wäre ganz leicht zu beheben gewesen. Eine Drehung um 90 Grad und schon kann der Text mühelos aufgenommen werden. Ein Ranking von oben nach unten entweder nach Anzahl der Toten oder vom jüngsten zum ältesten Krieg erzählt die Geschichte noch intuitiver. Nur wenige Handgriffe, um das Potenzial der Infografik voll auszuschöpfen…
Sehr inspirierendes Projekt im Rahmen der Lehrveranstaltung Informationsdesign und Visual Storytelling an der Universität Bozen: Die Umsetzung Kernaussagen der Umfrage von Eurac und ASTAT zur Klimakrise als Poster mit vielfältigen Charts und Illustrationen. Tolle Sache!
Umblättern in FALTER und weiter geht die gute Story mit spannenden Infos, sehr anschaulicher Ansatz mit Karte und darauf eingezeichneten Routen der Textilien. Aber auch hier wieder schade, dass die Verbindung der Infokästen zu den entsprechenden Routen zu verwinkelt sind um sie auf Anhieb zuordnen zu können. Ein wenig herumschieben, um die Ecken in den Zeigern herauszubekommen und schon ist die Infografik perfekt!