
Das Gute ist immer und überall – man muss nur hinschauen: Neulich beim Kaffeetscherl im Wirtshaus eine Mikro-Erklärgrafik vom Typ Making Of gleich mitserviert…sehr aufmerksam:-)

Das Gute ist immer und überall – man muss nur hinschauen: Neulich beim Kaffeetscherl im Wirtshaus eine Mikro-Erklärgrafik vom Typ Making Of gleich mitserviert…sehr aufmerksam:-)

Sehr feine Infografik-Experience zu Jahresbeginn: Dem Aufruf zur Vogelzählung von Birdlife kommen wir immer gerne nach, ein schönes Familienerlebnis in der Nähe eines Futterhäuschens mit Tee und Stricherlliste. Dann wie gewohnt die gezählten Piepmätze über die App einmelden = Datensammlung. Bisher hieß es dann nach einem netten Dankeschön auf die Ergebnisse warten. Diesmal besonders nett: Unmittelbar nach Eingabe die Möglichkeit, die eigenen Beobachtungen als Visualisierung z.B. im WhatsApp Status zu teilen. Sehr passend natürlich für den Infografiker, danke dafür!




https://neal.fun/size-of-life/
Wunderbare Website von Neal Agarwal! Das Leben im Größenvergleich beginnend mit der DNA einfach zum Weiterswipen. Dabei bleibt immer das Verhältnis zum jeweils vorigen Objekt sichtbar. Kurzbeschreibung und exakte Größe ist mit dabei. Handgezeichnete Illustrationen von Julius Csotoni (keine KI) – da passt einfach alles: Informationsdesign ordnet schwer fassbare Fakten oder Zusammenhänge ein und macht sie erfassbar. Und das noch zu einer angenehmen Experience verpackt. Hut ab und Danke flowingdata.com für den Tipp!






Gnadenloser Selbstversuch: Wie meine bescheidenen Streamingdaten auf Spotify im traditionellen Rückblick „wie die Großen“ dargestellt werden. Schon witzig, wenn sensationelle Zuwachsraten von 340% gefeiert werden, bei einer Gesamtzahl von ganzen 44 Hörer*innen 🙂 Es wird eine abwechslungsreiche Story erzählt mit Fun Facts wie „Der Frühaufsteher“, also Songs die gerne morgens angehört werden, bei wie vielen Hörer*innen ich unter den Top Ten Artists bin (5), wie oft ich es in Playlists geschafft habe (2x) und natürlich – wow! – mein Top-Album mit satten 15 Streams. Ich frage mich, wo hier die Angabe „Millionen“ abgeblieben ist. Also sehr kreativ, auch mit fancy Designs, leider nur sehr sparsam mit Charts durchwirkt. Da wäre etwas mehr schon anschaulicher gewesen und mehr Absolutzahlen hätten die traurige Wirklichkeit besser gezeigt. Aus der Traum vom Superstar. Aber kommt natürlich durch die Automatisierung sehr motivierend rüber von wegen „du machst das großartig“. Wie müssen sich wohl echte Acts dabei fühlen? Oder sehen die das anders?

Hahaha! Aber Spaß beiseite: in Wahrheit zeigt dieser wunderbare Cartoon im FALTER, worum es bei Infografiken im Grunde geht. Um Orientierung, Einordnung von schwer (er)fassbaren Daten und Fakten. Danke für den Hinweis Daniel Jokesch, kann man sich nicht oft genug vor Augen führen!


Was soll denn das? Ich versteh´s nicht und zwar in jeglicher Hinsicht: Informationsdesign ist dazu da, Daten zu veranschaulichen und nicht zu verstecken. Hier ist auf den ersten Blick nur zu erkennen, dass Zahlen in rote Kreise gepackt wurden. Die dazugehörige Beschriftung ist bis zur Unleserlichkeit gestaltet oder meilenweit entfernt. Ewig schade um die spannenden und sicher liebevoll recherchierten Daten, ohne jegliche Datenvisualisierung oder Illustration vergeudet! Da wäre eine sogar eine schlichte Tabelle oder Fließtext die bessere Wahl gewesen. Das war ein Eigentor, lieber Ballesterer, so leid es mir tut 🙁





Datenvisualisierung schön und gut, aber bitte mal was anderes als Balken, Torten und Kurven…ein Klassiker! Es lohnt sich, ein paar Schritte zurück zu gehen. Oder 100 Jahre, als Otto Neurath mit seiner Wiener Methode der Bildstatistik Zahlen für Alle zugänglich machen wollte. Ein wunderbarer Ansatz, gerade jetzt zumindest so aktuell wie in den 30er Jahren. Die Schau im Wien Museum ist absolut sehenswert und bereichernd.

Ebenso spektakulärer wie dreister Diebstahl im Pariser Louvre? Das erinnert uns doch an etwas…Ja richtig, 1911 wurde ja die Mona Lisa einfach so mitgenommen. Ein wunderbares Fundstück im aktuellen FALTER ist die Infografik zum Hergang der ruchlosen Tat. Ein erfrischendes Beispiel aus der goldenen Zeit der Illustration! Anschaulich und ohne Umwege erklärt, wie sowas gemacht wird. Nein, nicht die kriminelle Handlung, sondern eine Erklärgrafik, die die Leser:innen mitnimmt. Ganz ohne überflüssigen Text oder 3D Darstellung des Gebäudes. Die Kunstform Comic, an die die Umsetzung erinnert, stand damals noch in den Kinderschuhen. Und Fotografie war teure Mangelware. Tja, Handarbeit war angesagt. Und KI? Daran denken wir jetzt mal besser nicht. Einfach schön, danke FALTER!

Wunderschöne Grafik, einfach und auf den Punkt. Allerdings fehlt der entscheidende Dreh um 90 Grad. Und schon wird die Entwicklung des Bauern-Anteils sichtbar, weil die Oberkanten des Erdäpfel-Diagramms schön ausgerichtet und damit gut vergleichbar sind. Verlass di drauf!

Sorry, Ballesterer – kein Applaus diesmal zumindest aus dem Datenvisualisierungs-Fansektor! Alles angerichtet mit jeder Menge spannender Daten zum Thema Austria vs. Rapid – es hätte ein Fußball-Infografik-Fest werden können…aber leider ideenlos im Aufbau, das eine oder andere Diagramm hätte Räume eröffnet und den einen oder anderen Blick in die Tiefe ermöglicht. Schauen wir uns ein paar Schlüsselszenen an: Das Konzept beschränkt sich auf die Teilung der Doppelseite (!) in die Farben Grün und Violett. Zentrales Element sind dreieckige Zeiger von den Beschriftungen in der Mitte zu den Daten weit an den Außenbahnen. Da müssen bei der Betrachtung weite Wege zurückgelegt werden. Das Lesen wird auch nahezu verunmöglicht, durch sehr kleine Schrift, teilweise von beiden Seiten zur Mitte hin geneigt (wie originell) noch dazu in der jeweiligen Vereinsfarbe auf Kästchen derselben Farbe, nur etwas heller. Und der Hintergrund drängt im Vollton nach vorne. Das tun sich nur Daten-Ultras an, nehmen Kopfschmerzen in Kauf und brauchen hinterher eine stärkere Brille. Einfache Lösungen hätten vieles leichter gemacht. Klare Kontraste in der größeren Schrift (z.B. schwarz auf weiß, passt eh zu den Vereinsfarben), Charts als visuelle Elemente statt unnötigen Zeigern. Und vielleicht ist der eine oder andere Datensatz auch verzichtbar, weniger ist oft mehr. Zumal eine Doppelseite dafür freigemacht wurde. Das zumindest verdient heftigen Applaus! Also Mund abwischen und nach vorne schauen – die nächste Chance kommt bestimmt!