Infografik, Kritik

True-Crime Infografik History: Der Raub der Mona Lisa

Ebenso spektakulärer wie dreister Diebstahl im Pariser Louvre? Das erinnert uns doch an etwas…Ja richtig, 1911 wurde ja die Mona Lisa einfach so mitgenommen. Ein wunderbares Fundstück im aktuellen FALTER ist die Infografik zum Hergang der ruchlosen Tat. Ein erfrischendes Beispiel aus der goldenen Zeit der Illustration! Anschaulich und ohne Umwege erklärt, wie sowas gemacht wird. Nein, nicht die kriminelle Handlung, sondern eine Erklärgrafik, die die Leser:innen mitnimmt. Ganz ohne überflüssigen Text oder 3D Darstellung des Gebäudes. Die Kunstform Comic, an die die Umsetzung erinnert, stand damals  noch in den Kinderschuhen. Und Fotografie war teure Mangelware. Tja, Handarbeit war angesagt. Und KI? Daran denken wir jetzt mal besser nicht. Einfach schön, danke FALTER!

Datenvisualisierung, Infografik, Kritik

Ein Infografik-Elfmeter – jämmerlich verschossen

Sorry, Ballesterer – kein Applaus diesmal zumindest aus dem Datenvisualisierungs-Fansektor! Alles angerichtet mit jeder Menge spannender Daten zum Thema Austria vs. Rapid – es hätte ein Fußball-Infografik-Fest werden können…aber leider ideenlos im Aufbau, das eine oder andere Diagramm hätte Räume eröffnet und den einen oder anderen Blick in die Tiefe ermöglicht. Schauen wir uns ein paar Schlüsselszenen an: Das Konzept beschränkt sich auf die Teilung der Doppelseite (!) in die Farben Grün und Violett. Zentrales Element sind dreieckige Zeiger von den Beschriftungen  in der Mitte zu den Daten weit  an den Außenbahnen. Da müssen bei der Betrachtung weite Wege zurückgelegt werden. Das Lesen wird auch nahezu verunmöglicht, durch sehr kleine Schrift, teilweise von beiden Seiten zur Mitte hin geneigt (wie originell) noch dazu in der jeweiligen Vereinsfarbe auf Kästchen derselben Farbe, nur etwas heller. Und der Hintergrund drängt im Vollton nach vorne. Das tun sich nur Daten-Ultras an, nehmen Kopfschmerzen in Kauf und brauchen hinterher eine stärkere Brille. Einfache Lösungen hätten vieles leichter gemacht. Klare Kontraste in der größeren Schrift (z.B. schwarz auf weiß, passt eh zu den Vereinsfarben), Charts als visuelle Elemente statt unnötigen Zeigern. Und vielleicht ist der eine oder andere Datensatz auch verzichtbar, weniger ist oft mehr. Zumal eine Doppelseite dafür freigemacht wurde. Das zumindest verdient heftigen Applaus! Also Mund abwischen und nach vorne schauen – die nächste Chance kommt bestimmt!

Infografik, Kritik

Bar Chart – nichts einfacher als das???

Der Klassiker: Ein Bundesländer-Vergleich als Balkengrafik, schnell gemacht, am besten die Daten eingeben und auf Excel oder andere Tools vertrauen, wird schon passen. Leider nein! Gleich mehrere (automatisierte) Fehltritte machen die Startvorteile der Visualisierung zunichte: gedrehte Zahlen und Bundesländernamen erschweren die Lesbarkeit ebenso wie eine unnötige Legende und Rasterlinien. Darüber hinaus sind die Balken nicht geordnet, z.B. der Größe nach. Einfach um 90 Grad drehen und ordnen, Beschriftung direkt beim Balken, schon ist alles gut. Oder wenn’s Querformat sein soll ist es eine Überlegung wert, ob die Zahlen sein müssen oder der Raster ausreicht. Und die Bundesländerkürzel sparen Platz und reichen sicher aus. Besser als schräge Schrift ist es allemal! Wenige Handgriffe, aber die machen den Unterschied, ob die Grafik überhaupt gelesen und dann die Story verstanden wird. Schade drum, lieber Konsument!

Infografik

Eine Skizze als Memo – die Infografik-Frischzellenkur

Show don’t Tell in Reinkultur: Damit ich die Schulter-Übungen nach der Kur nicht gleich wieder vergesse, eine rasche Skizze samt Kurzbeschreibung (die ich wohl später selbst nicht mehr entziffern kann). Aber genau das soll Infografik können: visuell schnell auf den Punkt gebracht und intuitiv für das Zielpublikum (ich in dem Fall) verständlich. Eine schöne Fingerübung, die gar nicht weh tut 🙂