Es müssen nicht immer Diagramme mit im Spiel sein, um Facts and Figures anschaulich darzustellen. So gesehen auf der Preiskalkulation der Tee-Kampagne. Klares Layout in Kombination mit passenden Illustrationen und klug eingesetzten Schriftgrößen definieren die Leserichtung. Die Botschaft kommt gut an wie eine Tasse feiner Darjeeling im Frühherbst.
So geht Datenvisualisierung! Zahlen in Relation setzen und Dimensionen veranschaulichen, (er-)fassbar machen. Auch sehr gelungen, die in Oberösterreich brachliegendende Windenergie als Maßstab einzusetzen. Zwei Themen in einer Infografik mit nur zwei Zahlen auf den Punkt gebracht. Mit der bisher unübertroffenen Wiener Methode der Bildstatistik, die mittlerweile seit rund 100 Jahren bewährt ist. Sehr sauber gemacht, in Kombination mit Titel, Beschriftung bis zur Quellenangabe. Gesehen im aktuellen Global 2000 Magazin. Bravo!
Die PISA Studie birgt jede Menge spannende Daten und Entwicklungen, die es sich darzustellen lohnt. Um sie besser verständlich und auf den ersten Blick erfassbar zu machen. Wie das Infografiken so tun. Sollten. Wenn die Werkzeuge wie Farben, Schriften und Charts entsprechend eingesetzt werden. Ausgerechnet Daten zur Lesekompetenz werden hier mit einem Kurvendiagramm umgesetzt, dessen Linien in Farben daherkommen, die eine Unterscheidung auch für nicht Fehlsichtige sehr schwer machen. Die Annotation durch Fähnchen ist zwar originell und wenigstens nicht über eine sperrige Legende gelöst, hilft aber durch ihre Positionierung nicht weiter. Besser wäre wohl eine Ausrichtung direkt am rechten oder linken Rand des Charts gewesen. Apropos Achsen: Weiße Schrift auf Hellrosa für die Jahre ist auch nur mit großer Anstrengung zu entziffern. Wenn wir von mangelnder Lesekompetenz sprechen wäre es wohl auch angebracht über die Probleme der Visualisierung nachzudenken. Es fehlt nicht viel, aber Entscheidendes: Funktioniert die Information oder eben nicht. Schade.
Gut gemachte Erklärgrafik mitten in den Weingärten von Gumpoldskirchen. Ergänzt das Erlebnis zwischen den (noch nicht abgeernteten) Trauben und dem Glaserl beim Heurigen im Ort. Leicht zugänglich weil direkt am Wegrand und intuitiv verständlich. Eigentlich ein reizvolles Modell um auch andere Mysterien des Alltags hintergründig zu beleuchten bzw. zu visualisieren.
Immer spannend, im Urlaub einen Blick in die Wetter App zu riskieren – auch was das Informationsdesign betrifft. Die altbekannten Wettersymbole in Kombination mit einer Timeline, auf der auch die sonnigen (und gegebenenfalls die regnerischen) Abschnitte aufgetragen sind. Sehr intuitiv und jedenfalls aussagekräftiger als der Text darunter. Ein User Testing wäre hier interessant: Ob die Mehrheit der User:innen sich mehr am Text oder an der Grafik orientiert und wo sie sich besser informiert fühlt? Das würde möglicherweise Aufschlüsse über die Rolle der Infografik im Allgemeinen geben…
So eine spannende Daten-Story! Da die Bundesliga ab der kommenden Saison die Punkte-Teilung wieder abschafft, lohnt ein Blick, wie die Clubs abgeschnitten hätten, wenn sie gar nicht eingeführt worden wäre. Aber leider geht die Darstellung voll daneben, sorry! Es braucht sehr lange, um zu checken, welche Linie was darstellen soll. Eine Legende wäre das mindeste gewesen. Und gelb auf weiß für die Hauptinfo ist auch keine gute Wahl. Aber vielleicht wäre gar keine Liniendarstellung die Lösung, sondern eine Tabelle mit jeweiligem Rang in Zahlen und nur dort wo der Rang ohne Punkte-Teilung abgewichen wäre eine zweite Zahl. In einer anderen – mit Legende erklärten – Farbe. Aber so ist leider wieder eine Doppelseite vertan und eine schöne Geschichte vernebelt statt klar dargestellt. Da helfen auch die vielen Scheren als Symbol für Punkteschnitt (Naja) nichts. Und von Schriftgrößen will ich gar nicht anfangen. Schade drum!
Tolle Dataviz Story im Guardian: Fokus auf die Top-Torjäger vor dem Fußball WM Kracher Frankreich gegen Norwegen: Drei Infografiken, die eine spannende Geschichte erzählen und die beiden Herren und ihre Torgefährlichkeit gut einordnen. Selbstverständlich liegen der Story reiche Datensätze zugrunde, aber die wollen auch erst auf den Punkt gebracht werden. Und das ist richtig gut gemacht, angefangen vom Titel, der perfekt in die Grafik hineinzieht. Ehrlich gesagt habe ich den Artikel drumherum gar nicht mehr gelesen. Für mich war die Visualisierung vollkommen ausreichend…hier ist der Link – viel Vergnügen!
Eine Wohltat im FALTER! Sehr schön zu sehen, wie gut gemachte und perfekt eingesetzte Datenvisualisierung Artikel bereichern kann. Kluger und kreativer (und dazu noch korrekter) Einsatz der unterschiedlichen Diagramme, stilistischer Schwerpunkt auf die klassische und ewig junge Wiener Methode der Bildstatistik. Passend zur Wiener Stadtzeitung. Danke dafür, mehr davon 🙂
Genau das, was den Fußball-Fan vor Ankick der WM bewegt: Wie wird die ÖFB Auswahl performen, haben wir Chancen gegen unsere Gruppengegner? Das Analytic Lab der Universität Leuven hat die Wahrscheinlichkeiten für alle Teams errechnet und sehr intuitiv visualisiert. Gute Diagramm-Auswahl, der erste Klick auf die Fahne, auf den ersten Blick das Flowchart mit der Hauptinfo (Aufstieg oder nicht) gecheckt und dann für die Chancen bei den Gruppenspielen eine anschauliche Heatmap, farblich zurückgenommen, damit sie nicht mit dem Fokus konkurriert. Very well done!!!
Immer traurig, wenn wertvolle Werkzeuge nur noch als Deko eingesetzt werden: Was sagt uns ein Linechart ohne Nullinie? Genauso viel wie eine Landkarte ohne Maßstab: Es fehlt die Basis zur Orientierung. Und genau das ist eigentlich die Urkraft der Infografik! Im vorliegenden Fall kann ich nur ablesen, dass es abwärts geht. Aber wie dramatisch der Trend ist kann ich unmöglich erkennen. Es fehlt der beschriftete Raster mit Null-Linie oder zumindest einem Ausgangspunkt. So bleibt nur eine kraftlose Illustration ohne jede brauchbare Information. Schade, es wäre so einfach und es würde auch dem Design-Aspekt nichts abgehen. Bissl nachdenken und weniger Wurschtigkeit wäre die Lösung.