Datenvisualisierung, Design, Infografik

Die Infografik-Wetterlage

Immer spannend, im Urlaub einen Blick in die Wetter App zu riskieren – auch was das Informationsdesign betrifft. Die altbekannten Wettersymbole in Kombination mit einer Timeline, auf der auch die sonnigen (und gegebenenfalls die regnerischen) Abschnitte aufgetragen sind. Sehr intuitiv und jedenfalls aussagekräftiger als der Text darunter. Ein User Testing wäre hier interessant: Ob die Mehrheit der User:innen sich mehr am Text oder an der Grafik orientiert und wo sie sich besser informiert fühlt? Das würde möglicherweise Aufschlüsse über die Rolle der Infografik im Allgemeinen geben…

Datenvisualisierung, Design, Infografik, Journalismus, Kritik

Infografik Watchdog: Wieder eine tolle Chance vernebelt!

So eine spannende Daten-Story! Da die Bundesliga ab der kommenden Saison die Punkte-Teilung wieder abschafft, lohnt ein Blick, wie die Clubs abgeschnitten hätten, wenn sie gar nicht eingeführt worden wäre. Aber leider geht die Darstellung voll daneben, sorry! Es braucht sehr lange, um zu checken, welche Linie was darstellen soll. Eine Legende wäre das mindeste gewesen. Und gelb auf weiß für die Hauptinfo ist auch keine gute Wahl. Aber vielleicht wäre gar  keine Liniendarstellung die Lösung, sondern eine Tabelle mit jeweiligem Rang in Zahlen und nur dort wo der Rang ohne Punkte-Teilung abgewichen wäre eine zweite Zahl. In einer anderen – mit Legende erklärten – Farbe. Aber so ist leider wieder eine Doppelseite vertan und eine schöne Geschichte vernebelt statt klar dargestellt. Da helfen auch die vielen Scheren als Symbol für Punkteschnitt (Naja) nichts. Und von Schriftgrößen will ich gar nicht anfangen. Schade drum!

Datenvisualisierung, Design, Infografik, Journalismus, Kritik

WM Infografik: Haaland vs. Mbappe

Tolle Dataviz Story im Guardian: Fokus auf die Top-Torjäger vor dem Fußball WM Kracher Frankreich gegen Norwegen: Drei Infografiken, die eine spannende Geschichte erzählen und die beiden Herren und ihre Torgefährlichkeit gut einordnen. Selbstverständlich liegen der Story reiche Datensätze zugrunde, aber die wollen auch erst auf den Punkt gebracht werden. Und das ist richtig gut gemacht, angefangen vom Titel, der perfekt in die Grafik hineinzieht. Ehrlich gesagt habe ich den Artikel drumherum gar nicht mehr gelesen. Für mich war die Visualisierung vollkommen ausreichend…hier ist der Link – viel Vergnügen!

https://www.theguardian.com/football/2026/jun/25/erling-haaland-v-kylian-mbappe-how-the-norway-and-france-hitmen-match-up?CMP=Share_AndroidApp_Other

Datenvisualisierung, Design, Infografik, Journalismus, Kritik

Was Frauen wollen – tolle Infografik -Strecke!

Eine Wohltat im FALTER! Sehr schön zu sehen, wie gut gemachte und perfekt eingesetzte Datenvisualisierung Artikel bereichern kann. Kluger und kreativer (und dazu noch korrekter) Einsatz der unterschiedlichen Diagramme, stilistischer Schwerpunkt auf die klassische und ewig junge Wiener Methode der Bildstatistik. Passend zur Wiener Stadtzeitung. Danke dafür, mehr davon 🙂

Datenvisualisierung, Design, Infografik, Journalismus, Kritik

Infografik-Prognose: Österreich bei der Fußball-WM

Genau das, was den Fußball-Fan vor Ankick der WM bewegt: Wie wird die ÖFB Auswahl performen, haben wir Chancen gegen unsere Gruppengegner? Das Analytic Lab der Universität Leuven hat die Wahrscheinlichkeiten für alle Teams errechnet und sehr intuitiv visualisiert. Gute Diagramm-Auswahl, der erste Klick auf die Fahne, auf den ersten Blick das Flowchart mit der Hauptinfo (Aufstieg oder nicht) gecheckt und dann für die Chancen bei den Gruppenspielen eine anschauliche Heatmap, farblich zurückgenommen, damit sie nicht mit dem Fokus konkurriert. Very well done!!!

https://dtai.cs.kuleuven.be/sports/worldcup2026/

Datenvisualisierung, Design, Infografik, Journalismus, Kritik

Infografik-Watchdog: Entwurzelte Linecharts

Immer traurig, wenn wertvolle Werkzeuge nur noch als Deko eingesetzt werden: Was sagt uns ein Linechart ohne Nullinie? Genauso viel wie eine Landkarte ohne Maßstab: Es fehlt die Basis zur Orientierung. Und genau das ist eigentlich die Urkraft der Infografik! Im vorliegenden Fall kann ich nur ablesen, dass es abwärts geht. Aber wie  dramatisch der Trend ist kann ich unmöglich erkennen. Es fehlt der beschriftete Raster mit Null-Linie oder zumindest einem Ausgangspunkt. So bleibt nur eine kraftlose Illustration ohne jede brauchbare Information. Schade, es wäre so einfach und es würde auch dem Design-Aspekt nichts abgehen. Bissl nachdenken und weniger Wurschtigkeit wäre die Lösung.

Datenvisualisierung, Design, Infografik, Kritik

Size of Life: Von der DNA zum Marienkäfer

https://neal.fun/size-of-life/

Wunderbare Website von Neal Agarwal! Das Leben im Größenvergleich beginnend mit der DNA einfach zum Weiterswipen. Dabei bleibt immer das Verhältnis zum jeweils vorigen Objekt sichtbar. Kurzbeschreibung und exakte Größe ist mit dabei. Handgezeichnete Illustrationen von Julius Csotoni (keine KI) – da passt einfach alles: Informationsdesign ordnet schwer fassbare Fakten oder Zusammenhänge ein und macht sie erfassbar. Und das noch zu einer angenehmen Experience verpackt. Hut ab und Danke flowingdata.com für den Tipp!

Datenvisualisierung, Design, Kritik, Musik

Spotify Wrapped 2025 – Verpackung ist alles :-)

Gnadenloser Selbstversuch: Wie meine bescheidenen Streamingdaten auf Spotify im traditionellen Rückblick „wie die Großen“ dargestellt werden. Schon witzig, wenn sensationelle Zuwachsraten von 340% gefeiert werden, bei einer Gesamtzahl von ganzen 44 Hörer*innen 🙂 Es wird eine abwechslungsreiche Story erzählt mit Fun Facts wie „Der Frühaufsteher“, also Songs die gerne morgens angehört werden, bei wie vielen Hörer*innen ich unter den  Top Ten Artists bin (5), wie oft ich es in Playlists geschafft habe (2x) und natürlich – wow! – mein Top-Album mit satten 15 Streams. Ich frage mich, wo hier die Angabe „Millionen“ abgeblieben ist. Also sehr kreativ, auch mit fancy Designs, leider nur sehr sparsam mit Charts durchwirkt. Da wäre etwas mehr schon anschaulicher gewesen und mehr Absolutzahlen hätten die traurige Wirklichkeit besser gezeigt. Aus der Traum vom Superstar. Aber kommt natürlich durch die Automatisierung sehr motivierend rüber von wegen „du machst das großartig“. Wie müssen sich wohl echte Acts dabei fühlen? Oder sehen die das anders?